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Die Folgen der Corona-Pandemie für den Sport

Sport im Lockdown: Vater und Sohn machen Liegestütze zuhause in der Wohnung
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In den letzten zwei Jahren haben Millionen von Menschen alles Mögliche getan, um die Ausbreitung des Coronavirus größtmöglich zu vereiteln. Die Folge davon war häufig Selbstisolation und nur vor die Tür zu gehen, wenn es unbedingt notwendig war. Cola trinkend und Chips essend, verbrachten viele Menschen nun ihre Abende vor dem Fernseher und verglichen Tischtennis Wettanbieter, anstatt sich selbst sportlich zu betätigen. Die Gesellschaft war voll von Passivität, Bewegungslosigkeit, Fast-Food und dem inzwischen sehr beliebten Videospiele-Konsum.

Angesichts der laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichten Zahlen von weltweit rund 5,8 Millionen Bewegungsmangel-Toten pro Jahr – eine drastische Entwicklung der Tatsachen. Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet zudem neben Älteren auch Menschen mit Herzkreislauferkrankungen, Diabetes und Übergewicht zur „Corona-Risikogruppe“. Dazu zählen deutschlandweit 36 Millionen Menschen.

Die Relevanz von Sport

Sport und Bewegung sind essenziell für die Gesellschaft.

Aufgrund dessen sind die Spätfolgen des Coronavirus, mit Hinblick auf die dadurch entstandene Bewegungslosigkeit, bislang noch unklar. Sicher ist allerdings, dass schlechte Ernährung und wenig Sport/Bewegung zu einer der am meisten verbreiteten Erkrankungen in unserer Gesellschaft führen: Diabetes Typ2. Umso erschreckender ist es zu betrachten, dass der Sportmangel, welche sich in der Bevölkerung während der Pandemie etabliert hat, kaum eine Rolle in den öffentlichen Debatten und politischen Maßnahmen spielt.

Sportvereine, -Stätten und -Trainer hatten es schwer im Alltagsgeschäft der Welt stattzufinden. Die Betroffenen versuchten durch Hygienemaßnahmen, verkleinerte Gruppen und vergrößerte Abstände alles Erdenkliche zu ermöglichen, um sportliche Aktivitäten weiterhin zu garantieren. Großteils blieb dies allerdings ohne Erfolg.

Menschen nehmen während der Coronazeit zu

Eine Studie des RKI zu den Gesundheitseffekten des ersten Lockdowns beinhaltete den Zeitraum vom April bis September 2020. Die Ergebnisse waren erschreckend: demzufolge haben die knapp 23.000 Befragten innerhalb eines Jahres im Schnitt mehr als ein Kilogramm zugenommen. In weitere Befragung der TU München von 1.000 Eltern, welche Mitte September, also vor dem zweiten Lockdown durchgeführt wurde, ermittelte, dass die höchsten Gewichtszunahmen Jungen und Mädchen im Alter von 10 bis 14 Jahren betrafen.

Über 55 % der Kinder dieser Altersgruppe bewegten sich deutlich weniger als zuvor. Ernährung und Sozialkontakte hängen in dieser Generation stark zusammen. Als eine häufige Begleiterscheinung von emotionaler Belastung wird gerade bei Kindern die vermehrte Nahrungszunahme betrachtet. Es ist zudem nachgewiesen, dass Adipositas eine der schwersten Risikofaktoren für eine schwere Covid-19-Erkrankung ist.

Sohn und Vater machen Sport im Lockdown

Die Kausalität zwischen Bewegung und Medien

In der Cospy-Studie befragten Forscher der UKE-Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Ende 2020 und Anfang 2021 mehr als 1000 Kinder/Jugendliche und mehr als 1600 Eltern. Über 80 % der Befragten hatten bereits an der ersten Befragung im Juni 2020 teilgenommen und die Resultate waren ernüchternd:

Doppelt so viele Kinder trieben überhaupt keinen Sport mehr und bis zu 40 % der Befragten waren kaum sportlich aktiv. Dabei zeigte jedes dritte Kind psychische Auffälligkeiten. Dazu zählten Sorgen, Ängste, seelische Belastung und depressive Symptome. Auch die Lebensqualität wurde weiter in Mitleidenschaft gezogen.

Die Zeit, welche die befragten Kinder mit digitalen Spielen und sozialen Medien verbrachten, nahm während des ersten Lockdowns um 75 % zu. Vor der Pandemie lag die durchschnittliche Spieldauer unter der Woche noch bei circa 80 Minuten. Im April 2020 stieg die Zahl auf 140 Minuten.

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